Samstag, 7. Juli 2012

Die verfilmten Roma-Touren - Klassiker der Extraklasse: Ein Herz und eine Krone



»Der Mund der Wahrheit. Die Legende sagt, wenn man gelogen hat und seine Hand da reinhält, wird sie ihm abgebissen.« - »Ein schrecklicher Gedanke.« - »Versuchen Sie es doch mal?«

Viele Wege führen nach Rom, wenn nicht sogar alle und so zeigt sich Rom doch auch als große Kulturstadt in ihrem vielschichtigen Angebot, anhand des kulturellen Teils der Stadt. Die Straßen gepflastert mit großen Sehenswürdigkeiten vom »Forum Romanum« bis hin zum »Kolosseum«. Und nein ich bin kein Touristenguide, der hierbei für diese Stadt prächtig werben will. Einfach eine faszinierende Stadt und zugleich doch das perfekte Setting für Romantik, ein Platz zum Träumen. Ein Raum zu schwärmen, dies ist immerhin auch oft das Prinzip der prototypsierten Romanze, schöne Kulissen. Insofern erkannte dies auch einst Regisseur William Wyler und zog Rom in Ansicht seiner Romanze "Eine Herz und eine Krone" aus dem Jahre 1953, wobei jene auch wiederum das Idealbild der damaligen Hollywood-Romanze bildet, was wiederum zu verzeichnen ist, als Gegenstück des italienischen Neorealismus.




Befremdlich ist demnach auch die Handlung, welche besonders in heutigen Zeiten leichtes Unwohl sein, durch unzählige Jugendfilm-Interpretationen jener Story, hervorrufen sollte. Wenn die umworbene Prinzessin genug vom sorglosen Leben hat und eigene Initiative ergreifen will. Frei sein. Das Leben auskosten. La dolce Vita. Inkognito. »Girls just wanna have fun«. Und doch mit sozialem Hintergrund. So hier der Fall und gleichauf auf Reporter (sucht Story), trifft. Der, die große Chance darin sieht, sie umwirbt um sich letztlich doch selbst in sie zu verlieben. Auch das Vorzeigebild zeigt sich seinen Nachfolgern nicht anders mit einer recht dünn ausgearbeiteten Handlung wie auch anderem Beilagen, wie dem »Taschentuch-Effekt«.

Willy Wyler wird berechenbar, wie auch anderswo und doch strahlt sein Werk dabei einen fast unvergesslichen Charme aus, der so auch den beiden famos harmonierenden Hauptdarstellern geschuldet ist, ob nun der zauberhaften wie auch lebensfreudigen Audrey Hepburn, wie aufs maßgeschneidert für die Rolle der Prinzessin, und dem wie immer so charismatischen Charmebolzen Gregory Peck, der seiner Rolle des Reporters Joe glatt einen ironischen Unterton gibt und sich stilecht ins Abenteuer Rom stürzt. Mit wunderbaren wie auch herzhaften Wortduellen mit viel Witz und Elan angereichert, eh auf humoristischer Ebene sehr ansprechend gestaltet, wobei das Zusammenspiel der beiden Stars einfach stimmig ist. Davon profitiert der Film sichtlich ungemein. Denn so manifestiert sich in ihm gerade eine lebensfrohe zugleich erheiternde, auch von Hepburns Ausstrahlung geprägte, Lebensart, wobei Wyler dieses Wohlfühl-Gefühl (welch leidliche Brechung) noch verstärkt, in dem er die Vielfalt seiner wundervollen Kulisse Rom vollkommen auslotet.

Und so uns die Schönheit der Stadt selbst in seiner inneren Liebesodyssee zeigt, sodass gewisse Passagen des Films insofern irgendwie Stadttour-Formen annehmen, dies wäre in Anbetracht dennoch keinesfalls als negativ zu betrachten, doch sollte der Zuschauer wahrscheinlich ein gewisses Interesse daran, im Sinne von Touristentrips, wie auch an der Stadt selbst fristen wie ich, umso dann durchaus fasziniert zu sein von den märchenhaften Bildern der Stadt. Andererseits erzeugt Wyler bei diesem kulturell ansehnlichen Reisetrip durch die Stadt doch eine gewisse Turbulenz und weiß dank lockerem und beschwingtem Handwerk primär zu unterhalten und auch zu erfreuen. Auch wenn man dabei immer dies in Anbetracht sehen sollte, dass die Handlung einerseits absolut belanglos ist und wohl auch der Tiefgang hierbei zu bemängeln wäre, wobei das standardtypisch auch dem Genre selbst geschuldet sein muss und doch störte es mich zwischendrin (durch etwaige Längen) ein wenig und zum Ende hin auch mit gewisser Berechenbarkeit. Aber sonst schwungvoll von Wyler inszeniert.



Immerhin die interessanten Schauplätze und Sehenswürdigkeiten der Stadt geben doch einiges her und eignen sich nebenbei erwähnt auch ideal für spätere Referenzen. Demzufolge fördert Wyler Kultur. Angenehm überraschend im Verlaufe im Stile wie auch in der souveränen Umsetzung seitens Wylers. Charmant eben und durch sein liebeswertes Traumpaar (Hepburn & Peck) lebendig gestaltet. Und das macht »Roman Holidays« doch so trotz einiger Makel zu einem: Grundsympathisch.

Anmerkung: Heute um 20:15 auf BR

7.0 / 10

Autor: Hoffman

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